Stille Nacht in Stalingrad

Tanztheater nach der dem Buch “Letzte Briefe aus Stalingrad”

1950 erschien “Letzte Briefe aus Stalingrad” eines unbekannten Autors in der literarischen Form einer Folge von Feldpostbriefen. Es handelt sich um ein bewegendes Panorama von Gedanken, Erfahrungen, Hoffnungen, Angst, Leid und Not der in Stalingrad im Winter 1942/43 eingekesselten Soldaten der 6. deutschen Armee. Stellvertretend für das Leid aller Soldaten und Familien in Kriegsgebieten seit dem zweiten Weltkrieg erzählen diese Briefe aus Sicht des Einzelnen von der Sinnlosigkeit des Krieges.

Das TanzTheaterEutin unter der Leitung von Krisztina Horváth blickt in dieser Inszenierung sowohl auf die Soldaten wie auch auf die Familien, die zu Hause auf die Heimkehr ihrer Ehemänner, Väter und Söhne warten. Die Tänze zeichnen im freien Stil Situationen des Abschieds, des Wartens, der Schrecken des Krieges sowie der schwierigen Heimkehr in assoziativer Abfolge nach. In poetischen Bildern werden Schmerz, Hoffnung und Verletzlichkeit eingefangen.

Kompositionen von Leos Janacek (1854 – 1928 Tschechien) und Henryk M. Górecki (1933 – 2010 Polen) vermitteln eindringlich Trauer, Sehnsucht, Hoffnung und Entsetzen. Musik und Tanz folgen kraftvollen ruhigen Linien. In starker Verlangsamung beziehen sich die eindrücklichen Bilder auf die letzten Tage der Soldaten in Stalingrad ebenso wie auf alle Kriegszeiten der modernen Zeit bis zum heutigen Tag.

Weitere Aufführung war am 13.09.20

Jagdschloss am Ukleisee, Eutin

 

Premiere war am 13.09.20

Essigfabrik Lübeck www.essigfabrik-luebeck.de

Stille Nacht in Stalingrad ist ein bewegendes Projekt des TanzTheaterEutin. Krieg bedeutet sinnlose Vernichtung auf allen Seiten. Musik und Tanz lassen uns dies hier deutlich spüren.

Angelika Neumann

Schauspielerin